Über mich
Hallo, ich bin Kerstin – anders, und das ist gut so
Wie ich gelernt habe, mich selbst zu verstehen – und warum ich diesen Weg heute offen teile.
Mit dieser Homepage möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Neurodivergenz in der Öffentlichkeit bewusster wahrgenommen wird. Nicht laut und dramatisch – sondern ehrlich, offen und aus eigener Erfahrung.
Ich bin eine Frau mit Hochsensibilität, im Asperger-Spektrum und mit ADHS. Diese drei Dinge zusammen machen mich zu dem Menschen, der ich bin – vielschichtig, tief empfindend, anders denkend. Nicht schlechter, nicht besser. Anders.
Jahrzehntelang nicht gehört
Jahrzehntelang habe ich versucht zu erklären, wer und was ich bin. Ich wurde nicht gehört. Was man nicht versteht, wird schnell als Schwäche abgestempelt – oder als Charakterfehler. Heute weiß ich: Es war keines von beidem. Es war mein Nervensystem, das auf Überforderung und auf verletzte Grundwerte reagiert hat. Auf seine Art. Auf die einzige Art, die es kannte.
Ich habe mein ganzes Leben lang eine Art Schauspiel gespielt – Augenkontakt erzwungen, soziale Regeln nachgeahmt, funktioniert. Was dabei in mir vorging, hat kaum jemand gesehen. Es gab Zeiten, da durfte nichts mehr dazukommen; ein kleiner Tropfen zu viel hat alles zum Überlaufen gebracht. Ich habe mich so sehr bemüht, alles richtig und alles perfekt zu machen – und bin doch immer wieder an mir selbst gescheitert.
Die Diagnose
Dann kam die Diagnose. Mit ihr ist eine riesengroße Erleichterung gekommen, und zugleich eine tiefe Erschöpfung – Weinen und Lachen, beides auf einmal. Plötzlich ergab so vieles einen Sinn. Wie Schuppen von den Augen. Lichterketten über Lichterketten. Die Diagnose hat mir nicht nur einen Namen gegeben – sie hat mir mein Leben erklärt. Und sie hat mir etwas zurückgegeben, das ich lange nicht hatte: Verständnis für mich selbst.
Ich verstehe das, was ich hier erzähle, nicht als Beichte und nicht als Selbstmitleid. Ich bedauere mich nicht. Ich versuche, mich zu verstehen – warum ich so reagiert habe, wie ich reagiert habe. Das kann ich erst heute, im Nachhinein. Je offener und ehrlicher ich darüber reden darf, desto ruhiger werde ich.
Mein Weg hierher
Ich habe vieles gesehen und vieles getragen. Über viele Jahre habe ich Menschen in besonderen Lebenslagen begleitet – Pflegekinder, geflüchtete Jugendliche, ein Kind mit Down-Syndrom – und daneben im Büro gearbeitet, in der Verwaltung und im Rechnungswesen. Was sich durch all das zieht, ist dasselbe, das mich ausmacht: Ich bleibe gewissenhaft und suche nach Lösungen, auch dann, wenn es schwer wird.
Sechs Kinder habe ich großgezogen – und ehrlich gesagt war ich dabei die meiste Zeit allein. Meine Kinder sind mir wichtig, und ihre Privatsphäre ist mir wichtig; deshalb sage ich hier nur so viel: Sie sind da. Auch wenn sie gerade nicht da sind. Ich trage sie bei mir.
Heute lebe ich ein anderes Leben. Ein ruhiges, zurückgezogenes Leben, das ich mir bewusst so gewählt habe und das mir guttut. Ich bin warmherzig, tierliebend und naturverbunden; beim Laufen finde ich klare Gedanken. Ich höre den ganzen Tag Musik, ich liebe Bücher, und ich schreibe. Ich bin keine Influencerin, sondern eine Schriftstellerin. Das Schreiben entlastet mich – auch dann, wenn es niemand liest.
Was mich durch all das trägt, ist mein Glaube. Für mich ist Spiritualität eine tragfähige, langjährige, vertraute Liebesbeziehung zu Gott und seinem Sohn – eine ehrliche und aufrichtige Beziehung, die meine Zweifel, meine Klagen, meine Trauer und meinen Ärger zulässt und nichts verschönert oder verleugnet. Gott ist stark genug, all meine Empfindungen zu tragen. Mehr darüber erzähle ich auf der Seite Spiritualität.
Mein Anliegen
Ich möchte nicht beeindrucken und auch nicht beeinflussen. Ich möchte stärken und aufklären – sogar mich selbst.
„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“ Diesen Satz aus der Bibel können sich viele neurodivergente Menschen zu eigen machen. Denn das Denken, Reden und Handeln neurodivergenter Menschen unterscheidet sich oft deutlich von dem neurotypischer Menschen. Vielseitiger. Vielschichtiger. Und manchmal einfach: anders.
Menschen mit einer neurotypischen und Menschen mit einer neurodivergenten Denkweise sollten aufeinander zugehen können. Wir können voneinander lernen – nicht getrennt, sondern gemeinsam. Das ist mein ehrliches, aufrichtiges Bedürfnis. Mein Anliegen.
Herzlichst K.M.